Das Kreuz mit dem Kreuze machen

Bild Wahlzettel
Rosel Schimkat Das Kreuz mit dem Kreuz

Die da oben machen doch sowieso, was sie wollen. Ihre Strategiepapiere mit vielen gut gemeinten Versprechungen liegen bereit in der Schublade, Meine Meinung, mein Kreuz wird doch nichts ändern.—Und wenn doch? Jedenfalls ist für mich Wahlrecht auch Wahlpflicht. Ich bleibe dabei, es auch unabhängig von Mehrheitsmeinungen zu nutzen und zu verteidigen.

Vor ca 3500 Jahren ermahnte Schwiegervater Jethro seinen Schwiegersohn Mose, der vom Volk während der langen Wüstenwanderung, in der Meinung für alle verantwortlich zu sein, mit Problemen vom Morgen bis zum Abend in Atem gehalten wurde. Er sagte: „Du machst dich zu müde, dazu auch das Volk. Das Geschäft ist dir zu schwer. Du kannst das alleine nicht ausrichten. Hör auf mich; ich will dir raten, und Gott wird mit dir sein … Sieh dich aber unter dem ganzen Volk nach redlichen Leuten um, die Gott fürchten, wahrhaftig sind und dem ungerechten Gewinn feind“.(2. Mose 18) .

Nur nach Redlichkeit und persönlicher Lebenseinstellung von Kandidaten können wir heute selten wählen. Parteizugehörigkeit und Parteidisziplin sind entscheidend. Allerdings lohnt es sich immer, zu versuchen, den und die Kandidaten meiner Wahl persönlich kennen zu lernen. Die bereit sind, Verantwortung in unserer Gesellschaft mit zu tragen, brauchen nicht nur unsere Forderungen und Kreuze auf der Wahlliste, sondern auch Rückenstärkung (z.B. durch unsere Fürbitte) und manchmal auch unser Veto. Kontroverse Meinungen können dabei sehr hilfreich sein und neue Denkansätze hervor bringen. Die Erfahrung in unserer Demokratie belegt, dass eine einzige Stimme entscheidend sein kann. Vielleicht die Ihre, vielleicht die meine.

Ich wünsche uns Mut, bei der Wahl konsequent die eigene Stimme zum Wohl unserer Allgemeinheit einzusetzen.

Rosel Schimkat